Schaumparty im St. Vinzenz-Hospiz

5. September 2019

„Ois, wos gern brenna duad, freit si, wenn’s brenna derf“ 

Man musste des Bayerischen schon ein wenig mächtig sein, wollte man auf Anhieb das Credo der Brandverhütung verstehen, das Herr Menzinger den hauptamtlichen Mitarbeitern des St. Vinzenz-Hospizes ans Herz legte. 

Obwohl das neue Gebäude in seiner Ausstattung auf dem neuesten Stand ist, was die Brandverhütung angeht, wurde Herr Menzinger – im Gegensatz zu den aus der Frühschicht kommenden Pflegekräften – nicht müde, die Entwicklung von kleiner Kokelei zu Großbrand eindrücklich zu schildern. Da galt es, gut zuzuhören, denn im St. Vinzenz-Hospiz ist es den bettlägerigen Bewohnern erlaubt, im Zimmer zu rauchen, wenn das in den letzten Tagen zu ihren unverzichtbaren und lieb gewordenen Gewohnheiten gehört.

Nach der theoretischen Unterweisung zu Themen wie Feuermelder – Hausalarm – Rettungskette usw. durch Geschäftsführerin Christine Sieberth ging’s ans Praktische.

Eine kleine rote Armee von verschiedenen Feuerlöschern wartete darauf, ausprobiert und leer gespritzt zu werden. Begeistert stürzten sich die Probanden darauf. ‚Learning by doing’ hieß das Prinzip und das nicht zu Unrecht! Die erste Hürde war schon das Abziehen der Plombe. Nach oben? Nach unten? Nach hinten?  Zögerlich darf man jedenfalls nicht sein. Beherzt griffen alle zu, getreu Herrn Menzingers Motto „…hilanga miast’s scho!“

Alles wurde ausprobiert: Wasserlöscher, CO²-Löscher und natürlich die Pulverlöscher, die das Übungsgelände im Außenbereich in eine Schaumparty-Meile verwandelten. Es erinnerte alles ein wenig an den Physikunterricht in jungen Jahren, als praktische Übungen zur Auflockerung des Unterrichts sehr beliebt waren, aber der „Lehrer“ in Person von Herrn Menzinger die Kontrolle darüber behielt, wie lange der Spass bzw. der Ernst dauern sollte. Manuell steuerte er Brandlänge und –intensität des Übungsfeuers und verhalf somit allen zu einem Erfolgserlebnis und dem erhebenden Gefühl, eine begnadeter Feuerwehrmann bzw. –frau zu sein.

Susanne Reitz, Palliative-Care-Fachkraft und graduierte Feuerwehrfrau

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