Einen letzten Wunsch erfüllen – der Wünschewagen macht es möglich

18. Mai 2019

Menschen in ihrer letzten Lebensphase Glück und Freude schenken – das ist die Mission der ASB-Wünschewagen. Seit 2014 erfüllt das rein ehrenamtlich getragene und ausschließlich aus Spenden finanzierte Projekt schwerstkranken Menschen einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort. 1.500 Wünsche haben die rund 1.300 freiwilligen Wunscherfüller bereits wahr werden lassen. Auch für Frau Luibl, die im St. Vinzenz-Hospiz umsorgt wird und sich einen Heimatausflug gewünscht hat. Wir haben Sie nach Ihren Eindrücken gefragt.

Frau Luibl, Sie sind von Ihrem Heimatausflug zurück und wirken glücklich.

Ja, ich bin noch ganz erfüllt! Meine Geschwister und drei Freundinnen haben mir einen wunderschönen Empfang in meiner Wohnung in Welden bereitet. Meine Schwiegertochter hat Kaffee gemacht und den Tisch gedeckt, wir haben einen fröhlichen Nachmittag verbracht mit Plaudern und Fotoalben Anschauen und wir haben das vergangene Leben Revue passieren lassen. Leider ist die Zeit viel zu  schnell um gewesen. Um halb sieben war ich wieder hier im Hospiz.

Also insgesamt ein gelungener Tag?

Ja unbedingt. Ich war froh, dass es mir an dem Tag einigermaßen gut ging und das Beste war, dass zufällig an dem Tag noch der Friseur ins Hospiz kam, den ich schon vor längerer Zeit bestellt hatte. Mir ist halt auch das Äußere wichtig und das Lob über mein gutes Aussehen hat meiner Seele gut getan.

Wer kam denn auf die Idee mit dem Wünschewagen?

Ich selber bin nicht drauf gekommen, es war mein Bruder, der das gelesen hat. „Bewirb’ dich!“ hat er gesagt. Ich habe es gemacht und habe Glück gehabt. Am Mittwoch, den 10. April hat sich dann mein Wunsch erfüllt: ich wollte noch einmal in meine Wohnung, die ich sehr liebe. Ich weiß natürlich, dass das das letzte Mal war, aber es geht halt nicht anders.

Wie lange haben Sie auf eine Antwort gewartet und wie lief das dann ab?

Es hat nur drei Wochen gedauert, bis ich dran kam. Es hat alles prima geklappt und es war eine sehr angenehme Fahrt. Die Fahrerin des Krankenwagens ist jedem Schlagloch ausgewichen und die drei Damen vom ‚Wünschewagen Allgäu-Schwaben’ haben sich sehr liebevoll um mich gekümmert. Ich habe Ihnen über die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte von Welden erzählt, sie haben dann noch Kaffee getrunken und sich anschließend zurückgezogen.

Wenn Sie noch einmal die Gelegenheit bekämen – was wäre noch ein Herzenswunsch?

Dann würde ich gern nach Innsbruck fahren, denn das ist mein Geburtsort. Aber dann hätte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nochmal drankomme und ein anderer vielleicht gar nicht mehr. Diese Gelegenheit sollten einfach möglichst viele bekommen.

Ist Ihnen die Rückkehr ins Hospiz schwergefallen?

Ja und nein. Ich fühle mich im Hospiz so wohl, ich fühle mich so gut aufgehoben, es ist wie ein Zuhause für mich geworden. Es ist so schön hier in dem neuen Haus und ich habe so einen schönen Blick in den Garten. Das einzige, was mich ärgert ist, dass ich nicht mehr aufstehen kann. Dann würde ich die vielen Tauben verscheuchen, die auf dem frisch angelegten Rasen rumpicken und den Grassamen fressen!

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